Na slědach Krabata - Wutrobnje witajće do dwurěčneje Łužicy
Auf den Spuren des Krabat - Herzlich Willkommen in der zweisprachigen Lausitz

Publikationen zum "Sorbischen Kinderfest mit KRABAT"

LausitzECHO - Region Hoyerswerda

9. Stadtkindertag – deutsch-sorbisches Kinderfest mit Krabat

Hoyerswerda. Zoo, Schloss und Jugendfarm sind auf Ansturm bestens vorbereitet

Am 5. Juni ab 10 Uhr stehen die Tore des Hoyerswerdaer Zoos, des Schlosses und der Jugendfarm ganz weit offen für alle Kinder. Grund: In Hoyerswerda wird der 9. Stadtkindertag gefeiert. Herzlich willkommen sind natürlich auch die Eltern und Großeltern! Allerdings ist für alle, die ihren 17. Geburtstag bereits gefeiert haben, der Eintritt nicht frei. Für alle Jüngeren wird der Eintritt vom Verein der Zoofreunde übernommen.

Bereits zum 2. Mal (erstmals 2007) werden sorbische Tänze und Bräuche den Tag bereichern. Neben den Kindern der Kita´s mit Witaj-Angeboten, den Programmen der Tanz- und Trachtengruppen aus Bröthen-Michalken und Zeißig lädt das sorbische Ensemble aus Bautzen zu einem Musical, dem Traum vom Fliegen, ein. Dieses Bühnenprogramm ist ein Garant für ausgelassene Stimmung und beinhaltet ein wahres Feuerwerk aus Klängen und Farben.

Doch nicht nur der Zoo ist auf große und kleine Besucher vorbereitet. Das Schloss wird sich als Märchenschloss präsentieren. Lausitzer Sagengestalten sind zu Gast und entführen die Besucher in die Sagen- und Märchenwelt.

In der Jugendfarm dürfen natürlich Jungtiere beobachtet oder gestreichelt werden. In einer Ausstellung werden alte Bauerngeräte präsentiert und auf dem weitläufigen Farmgelände gibt es, wie gewohnt, zahlreiche Angebote zum Spielen und Toben. Die Riesenrutsche dürfte weithin sichtbar sein und auf diese Weise die Besucher in die Farm locken.

Natürlich ist an allen Veranstaltungsorten für das leibliche Wohl gesorgt und ebenso selbstverständlich können sich die Gäste zwischen allen drei Orten bewegen ohne wiederholt Eintritt bezahlen zu müssen.

Gegen 18 Uhr ist das Kinderfest in Zoo, Schloss und Farm beendet. Die Tiere können sich wieder ausruhen, das gleiche trifft für die Besucher und natürlich die Veranstalter zu.

Der 9. Stadtkindertag wird vorbereitet und veranstaltet von der Stadt Hoyerswerda und unterstützt von der Ostsäschischen Sparkasse Dresden, der ewag Kamenz, dem Globus Warenhaus, den LebensRäumen und der Lausitzhalle Hoyerswerda.

Weitere mitwirkende Vereine und Partner

  • NATZ e.V.,
  • IG Kinderferienlager e.V. Hoyerswerda
  • Verkehrswacht Hoyerswerda e.V.
  • Verein der Zoofreunde Hoyerswerda e.V.
  • Lausitzer Heimatverein e.V.
  • Krabatmühle Schwarzkollm e.V.
  • KRABATVEREIN e.V. Nebelschütz
  • Kultur-Fabrik e.V.
  • Evangelische Jugendarbeit Region Hoyerswerda /Ruhland e.V.
  • Beirat für sorbische Angelegenheiten Hoyerswerda

Red.


Lausitzer Rundschau - Hoyerswerda (04.06.2010)

Krabat und Pumphut heißen Jung und Alt willkommen

Herr Wobst, Stadtkindertag und Krabatfest in einem – wie kam es zu dieser Idee?Der Stadtkindertag hat längere Tradition. Jedes Jahr wählen wir gezielt ein Thema.

04.06.2010

2007 gab es zum ersten Mal ein sorbisches Kinderfest. Hier konnten wir im Zoo 10 000 Gäste begrüßen. Sorbische Sprache, kulturelle Traditionen und Identität waren zentrale Schwerpunkte. Daran wollen wir jetzt anknüpfen. Die Anfrage, Stadtkindertag und Krabatfest zu verbinden, kam vom Krabatverein.

»Versteckt« sich das Krabatfest im Stadtkindertag?
Nein. Die Zusammenlegung hat durchaus Sinn. Hoyerswerda gehört zur Krabatregion. Der Verein Krabatmühle Schwarzkollm ist seit langem mit Vorreiter. Stadtkindertag und Krabatfest haben auch gleiche finanzielle Förderer. Hier ergeben sich Gemeinsamkeiten für die Organisation.

Wie aufwendig ist die Vorbereitung?
Sehr aufwendig. Erste Gespräche mit dem Krabatverein gab es im Dezember. Im Januar entstand die Arbeitsgruppe »Deutsch-Sorbisches Kinderfest«. Diese Woche laufen letzte Abstimmungen. Aufwendig ist vor allem der Zoo. Wir müssen dort die örtliche Spezifik, den Tier- und Artenschutz genau beachten.

Wie erfolgt die Finanzierung ?
Das Fest wird finanziert aus Spenden, Sponsoring, Mitteln der Stadt und des Kulturraums Oberlausitz/Niederschlesien.

Das Fest im Zoo, im Schloss und auf der Kinder- und Jugendfarm. Weshalb diese Dreiteilung?
Wir haben gute Erfahrungen damit. Inhalte lassen sich so besser konzentrieren. Wir erweitern den Radius und die Angebote. Die drei Standorte sind gut verbunden - durch die Schlossbrücke kann man den Zoo erreichen, von dort durch ein Tor die Farm.

Wie stark binden Sie sorbische Inhalte ein?
Kinder, die Sorbisch lernen, gestalten Programme. Zum anderen wollen wir sorbische Traditionen zeigen. Der Lausitzer Heimatverein Sabrodt zeigt etwa eine Ausstellung »Sorbische Sagenfiguren auf Seide«. Kinder können Sagenfiguren auf Gips bemalen. Es gibt auch eine Luftballon-Aktion. In den Ballons gibt es Überraschungspreise.

Wie stark werden Krabat und der Schwarze Müller präsent sein?
Der Schwarze Müller kann aus Termingründen leider nicht kommen. Dafür werden Krabat (Wolfgang Kraus aus Groß Särchen) und Pumphut (Lutz Maul aus Spohla) stets präsent sein. Sie eröffnen das Fest, sie begrüßen Gäste, sie mischen in Programmen mit.

Wie sehr identifiziert sich Hoyerswerda mit Krabat?
Bereits sehr stark. Die Premiere für den Film »Krabat« erfolgte in Hoyerswerda. Gerade der Film gab dem Vorhaben Krabatmühle Schwarzkollm enormen Auftrieb. Er lockte mehr Touristen in die Region.

Was erhoffen Sie sich vom Stadtkindertag mit Krabatfest?
Wir hoffen auf viele Familien aus nah und fern und natürlich auf gutes Wetter.

Mit Harry Wobst

sprach Andreas Kirschke


Lausitzer Rundschau - Hoyerswerda (07.06.2010)

Spielen und Toben in der Altstadt

Hoyerswerda  ”Witajce k nam – Herzlich willkommen“ – hallt fröhlicher Gesang in Sorbisch von der Bühne. Max Hensel (5) aus Nardt singt mit-tendrin. Mit anderen aus der Kindertagesstätte „Lutki“ Bergen eröffnet er Samstag im Zoo das Kulturprogramm.

Zum neunten Stadtkindertag weilen Krabat (Wolfgang Kraus), Martin Niemec Pumphut (Lutz Maul) und Hanka (Caterina Maul) vor Ort. Bei ihrem Rundgang durch Zoo, Schloss sowie Kinder- und Jugendfarm staunen sie über das dortige vielfältige Programm. Stadt, Krabat-Verein, Christlich-Soziales Bildungswerk und viele Partner organisieren die Ideen.

»Wir sind spontan gekommen. Das Wetter lud dazu ein«, meint Kristine Jehne aus Schwarzbach bei Hosena. Eben basteln ihre Töchter Jessy (9) und Lana (5) am Stand bei Cornelia Bedrich Krabats Zauberbuch Koraktor. Stolz recken sie es in die Höhe. Vom Stadtkindertag mit Krabatfest erfuhren sie erst vor Ort. »Man kann vielseitig basteln. Ohne dafür zu zahlen. Das kommt gerade Familien entgegen«, freut sich Kristine Jehne.

Aus Neschwitz zieht es Waltraud Dej mit Mann Alojs und den Enkeln Markus (4) und Danielo (10) her. Sie fiebern dem Auftritt des Sorbischen Kindervereins Zeißig entgegen. Dort tanzt die kleine Johanna Kasper (2) mit. Seit März 2009 bringt ihr Waltraud Dej, selbst Muttersprachlerin, Sorbisch bei. Ihre Mühe trägt nach und nach Früchte.

»Je eher die Kinder Sprachen lernen, umso intensiver und spielerischer«, meint die Rentnerin. 30 Jahre lang war sie Erzieherin. Sorbisch weiterzugeben, lag ihr dort stets am Herzen. »Es sind meine Wurzeln«, bekennt sie sich dazu. Stolz sieht sie Johannas Auftritt. »Ich komme heute nur wegen der Kultur«, betont sie.

Krabat und Pumphut mit Hanka staunen. Immer wieder kommen Kinder zu ihnen und fragen aufgeweckt. »Wir wollen die Figur Pumphut näherbringen. Seine Geschichte, seine Bedeutung, seine Erlebnisse«, meint Lutz Maul. Laut Otfried Preußlers Buch »Krabat« sind sich Krabat und Pumphut sogar begegnet. Das war in Schwarzkollm in der Schwarzen Mühle. Krabat staunte über Pumphuts Zauberkraft. Der kämpfte als roter Hahn gegen den schwarzen Hahn, »in« dem sich der Schwarze Müller verbarg.

Auch Hoyerswerda verbindet viel mit Krabat. Hier nahm die Sage ihren Anfang.

»Hier entdeckte Krabat seine Liebe zur Lausitz. Hier wird er wohl den Kurfürsten im Februar 1688 um einen Alterssitz gebeten haben«, meint Wolfgang Kraus. Krabat, so betont er, verbindet. Und das gerade in einer Zeit der Wurzellosigkeit und Unverbindlichkeit. »Er wirkt wie ein Mörtel für die Region. Er steht für die Sagenwelt, für die Traditionen, für die Sorben. Wir treffen ihn überall an«, sagt er.

Zwischen Krabat-Zentren wie Schwarzkollm, Groß Särchen, Nebelschütz und Partnern wünscht er sich wieder mehr Kommunikation. »Dazu kann jeder beitragen.«

Sollte das Krabatfest wieder auf dem Land stattfinden? Kompakt? Als Einzelveranstaltung? »Wichtig sind Kontinuität und Vielgestaltigkeit. Je nach unseren Möglichkeiten«, meint Reiner Deutschmann, Vorsitzender des Krabatvereins. Alle Orte bisheriger Krabatfeste mühten sich nach Kräften.

»Ein Vergleich wäre ungerecht«, meint er. »Weil es verschiedene Zielgruppen gab. Verschiedene Ansatzpunkte.«

2011 soll das Krabatfest voraussichtlich in Schwarzkollm stattfinden. Die Krabatmühle wird dann fertig sein. Es ist das zehnte Krabatfest.

Gerade in Schwarzkollm gibt es viel Engagement. Gerade hier erfolgte am 19. März 2001 die Gründung des Krabatvereins. Heute gehören ihm 50 Mitglieder - Personen, Vereine, Städte, Gemeinde und Firmen - an. »So sprechen viele Gründe für Schwarzkollm«, sagt der Vorsitzende. »Das wäre eine Punktlandung.«

Von Andreas Kirschke

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